Freitag, 20.04.2018
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Schuljahr 12/13

Projekt im Fach Ethik / Sprache Kommunikation "die 5 Weltreligionen" WST-B - das Judentum

 

 

26.11.2012 ... nach unseren Erkundungen zur christlichen Religion gingen wir in der Geschichte der Religionsentstehungen nun noch weiter zurück. Das Judentum ist noch älter als das Christentum. Schon beim Besuch der Jakobuskirche erfuhren wir von der Marionette eines Rabbi, dass Jesus als Jude geboren wurde - ein neues Wort, was nicht ohne Erklärung im Raum stehen konnte.

Schnell erinnerten wir uns auch an den Film "5mal Gott - Kinder und ihre Religion"

 

So hatten wir auch einen ersten Anhaltspunkt für neue Geschichten und Erkundungen. Eine erste Geschichte führte uns ins Zweistromland nach Ur. Heute können wir es auf der Landkarte im Irak finden. Dort lebte 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung Abraham. Eines Tages sprach Gott zu ihm. Da Abraham zu einer Zeit lebte, als sein Wohnort von feindlichen Truppen besetzt war, versprach ihm Gott etwas. Beide schlossen ein Bündnis. Abraham musste Gott Treue versprechen. Daran sollten auch seine Kinder und Kindeskinder sich halten.

Er versprach, dass er und seine Nachkommen nur an den einen einzigen Gott glauben würden. Gott versprach Abraham dafür, dass er viele Nachommen haben würde. Sie sollten so zahlreich sein, wie Staubkörner oder so viele wie es Sterne am Himmel gibt. Gott versprach auch, dass Abrahams Volk nie untergehen wird und dass er Ihnen für ihre Treue ein eigenes gelobtes Land geben würde. Wir kennen dieses Land heute unter dem Namen Israel.

 

Wir hörten, dass das Volk der Juden in Jerusalem einen Tempel baute, der im Jahr 70 zerstört wurde und das die Juden aus ihrem Land vertrieben wurden. Wo heute Juden leben und das ist auf der ganzen Welt, gibt es Synagogen. Sie erinnern an den zerstörten Tempel in Jerusalem. Genauso erinnern viele Feste und Feiern an die Zeit der Vertreibung und die Weihung des Tempels.

 

 

 

Auf die Weihung des Tempels geht auch die Geschichte des Chanukkafestes und des Chanukkaleuchters zurück. Diese Begriffe hatten nun ihre eigene Geschichte. Das Fest erinnert an die Neuweihung des Tempels, nachdem er wieder einmal von fremden Herrschern zurückerobert wurde. Das war im jahr 164 vor Christus. Damals stand nur eine winzige Menge heiligen Öls zur Beleuchtung des Tempels zur Verfügung - es geschah das Wunder. Ein Leuchter brannte damit 8 Tage.

So entstand das Chanukkafest und der achtarmige Leuchter, den man in jeder jüdischen Familie findet. Neben vielen anderen Bräuchen wird in jüdischen Familien das Dreidelspiel gespielt, was wir natürlich ausprobierten. Wer mag kann sich gern hier erkundigen, wie es geht: Dreidelspiel. Ein Tipp - es geht dabei auch ums Naschen. In unserem Fall war es auch eine mathematische Übung, wenn es um das Verdoppeln, Halbieren und Ergänzen ging - süße Mathematik, wär hätte das gedacht.

 

 

Uns begegnete auch der Begriff der Thora, die heilige Schrift der Juden. Jeder Schüler kann bei diesem ungewöhnlichen Wort schnell eine Verbindung zu diesem außergewöhnlichen Schriftstück herstellen, denn es ist ein Buch in Form einer Rolle. Hier kann man die Thora ansehen: Thora. Jede Thora ist handgeschrieben und wird in einer Mantelhülle verwahrt.

Bekannt kamen uns natürlich die 10 Gebote vor. Auch das Judentum berücksichtigt sie und als Symbol konnten wir oft die 2 Steinplatten beobachten, auf denen sie von Gott überbracht wurden. Hier zur Erinnerung ein Beispiel: 10 Gebote auf den Steinplatten. Ein prima Bezug für unsere Verknüpfung zu Islam und Christentum und vor allem für das, was Menschen eint. Gemeinsame Grundregeln für unser Zusammenleben. Immer wieder konnten wir auch Beispiele aus dem eigenen Leben und dem Schulalltag einbringen und am Erlernten messen.

All  diese Geschichten brauchen natürlich auch Bilder und Emotionen. Ein speziell geschnittenes Video aus einigen TV Dokumentationen brachte Leben in unsere Vorstellungen. Die vollständigen Dokumentationen findet man auf Youtube. Hier der erste Teil davon: "Die Juden - Exodus - Geschichte eines Volkes".

 

 

Immer wieder konnten wir, beim Unterbrechen des Videos, interessente Fragen und Beobachtungen der Schüler aufgreifen und ihnen nachgehen. Da wir nun schon eine Menge über verschiedene Religionen gehört hatten, blieben Verwechslungen in dinglichen Sachen natürlich nicht aus. Eins wurde jedoch nie missverstanden, die Botschaft an die Menschen. Immer konnten die Schüler moralische Werte richtig wiedergeben und gemeinsam gelang es uns auch Quellen und Geschichten zusammenzutragen - Bilder wach zu rufen und zu erinnern.

Einer Prüfung und Anwendung des Wissens kommt natürlich auch eine große Bedeutung zu. Deshalb gab es auch ein zusammenfassendes Arbeitsblatt, was wir in bewährtem Stil gemeinsam bzw. individuell mit Synthese- und teils mit Ganzwortlesen erarbeiteten. Hier kann man es anschauen: Arbeitsblatt Judentum.

 

 

Nach diesem gut gefüllten Unterrichtstag, erwartete uns nun am nächsten Tag eine spannende Exkursion nach Dresden. Der Verein Hatikva e.V. bot uns die Möglichkeit einer Führung über den jüdischen Friedhof und die Gelegenheit zum Besuch der Synagoge in Dresden. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Frau Liehm für die Organisation und Frau Ulbricht für die tolle informative Führung durch die Synagoge, die genau auf unsere Schüler zugeschnitten war.

 

 

 

 

Auf dem jüdischen Friedhof erfuhren wir etwas über jüdische Begräbnisse und dass es keine Blumen auf den Gräbern gibt. Dafür bringen Besucher aber kleine Kieselsteine mit, die unvergänglich sind und Gedenken symbolisieren. Auf vielen Grabsteinen konnte man etwas über die Lebensgeschichte des Verstorbenen erfahren und es galt so manches Symbol zu entschlüsseln und wiederzuentdecken. Die Steintafeln mit den 10 Geboten konnten wir oft auf Grabsteinen entdecken. 

 

 

Frau Ulbricht empfing uns dann sehr freundlich und gleich mit kleinen Beobachtungsaufgaben im Außengelände der Dresdener Synagoge. Wir erfuhren etwas über den Grund für den außergewöhnlichen Würfelbaustil und warum es die alte Sempersynagoge nicht mehr gibt. Diese traurige Geschichte endete mit einem hoffnungsvollem Symbol, denn der Davidsstern der auf der alten Sempersynagoge befestigt war, konnte von einem mutigen Feuerwehrmann geborgen werden und ziert heute den Eingang der neuen Synagoge.

 

 

In der Synagoge konnten die Schüler sich noch einmal an viele Begriffe erinnern, die uns in den letzten beiden Tagen begegnet waren. Die Jungen wurden  mit einer Kipa ausgestattet und wir erfuhren, welche  Bedeutung diese Kopfbedeckung hat.

Viele interessante Details konnten wir von Frau Ulbricht erfahren. Sie erklärte uns, warum Männer und Frauen getrennt sitzen in der Synagoge, warum die Orgel versteckt ist und wie aus der Thora vorgelesen wird. Die Idee des Thorazeigers fanden wir für unsere Leseübungen ganz sinnvoll. Bei der Aufarbeitung der Exkursion haben wir uns daran erinnert, welchen Nutzen dieses Hilfsmittel beim Lesen doch haben kann.

 

 

 

Nach einer informativen und unterhaltsamen Stunde bedankten wir uns bei Frau Ulbricht ,nicht ohne ihr eine Schülerzeitung, den "Jahnkurier"zu überreichen und starteten Richtung Heimat.

 

WST-B

 

Fortsetzung folgt ...

 

 

 

 

 

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