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Schuljahr 12/13

Projekt im Fach Ethik / Sprache Kommunikation "die 5 Weltreligionen" WST-B - der Hinduismus

 

 

Unser Projekt „die 5 Weltreligionen“ endete am 30.11.2012 mit einem Besuch im Cafe Oriental in Görlitz (Link „Cafe Oriental“). Frau Uma Zimmermann hatte uns zu einer gemütlichen Gesprächsrunde über den Hinduismus eingeladen. Sie selbst ist Hindu und stammt aus Indien.

Ganz unvorbereitet wollten wir unserer Einladung natürlich nicht folgen. So bereiteten wir uns am 28.11.2012 schon einmal vor und wollten ein paar wesentliche Dinge über den Hinduismus herausfinden.

 

Wieder half uns das Video „5 mal Gott – Kinder und ihre Religionen“ einen schnellen Einstieg zu finden. Wir erinnerten uns schnell, dass wir in ihm eine farbenfrohe Prozession von Hindus sahen und Mädchen, die Gebete tanzten. Jede Geste hatte eine wörtliche Bedeutung.

Ein wesentlicher Gedanke des Hinduismus ist der Gedanke der Wiedergeburt. Diesem nicht einfach vorzustellendem Thema und dem Gedanken von Leben und Tod im allgemeinen sollte unsere besondere Aufmerksamkeit gelten.

 

So erarbeiteten wir zunächst Worte und Bildkarten (Geburt, Kind, Jugendlicher, Erwachsener, alter Mensch, Tod). Die Bildkarten sollten zunächst interpretiert (zeitlicher Rahmen und äußere bzw. Verhaltensmerkmale) werden und schließlich legten wir uns auf den entsprechenden Begriff fest, der auch auf der Wortkarte zu lesen stand.

 

 

Die nächste Aufgabe bestand im zeitlichen ordnen der Bilder und zuordnen der Begriffe. Jeder Schüler hatte die Gelegenheit sich im Lesen und Ordnen zu probieren. Für dieses Spiel gab es viele Möglichkeiten zur Variation und vor allem zur Bewegung, denn unsere Arbeitsfläche war der Fußboden.

 

 

Bisher war alles eine leichte Übung für die Schüler. Nun folgte eine offene Gesprächsrunde über Vorstellungen der Schüler.

Die Fragen, die im Raum standen waren:

Wo warst du, als du noch nicht auf der Welt warst und nicht im Bauch deiner Mutti?

Wohin geht der Mensch wenn er stirbt?

Alle Antworten, die erst zögerlich kamen wurden gesammelt. Hilfreich für die Ideenvielfalt waren hier die Vorstellungen der christlichen Schüler, was passiert mit der Seele, wenn der Mensch stirbt.

 

 

Nun tauchte da ein ganz neuer, unvorstellbarer Begriff auf. Die Seele. Prima konnten wir nun die Idee von Frau Kretschmer aufgreifen, die wir bei unserer Exkursion in zur Jakobuskirche kennengelernt hatte. Sie machte uns mit einer Klangschale darauf aufmerksam, dass es etwas gibt, was man als Klang wahrnehmen kann und doch nicht in der Schale sieht. Dieses Unsichtbare spricht uns auch an und lässt schöne Gefühle in uns entstehen. Wir wiederholten nun das Experiment und erweiterten es noch etwas.

Dazu nutzten wir ein wunderschönes Mandala und fragten uns, welche Stimmung es in uns macht? Wir waren alle einer Meinung und legten fest, dass das was sich wohl fühlt nicht der Arm, das Bein oder der Körper sein mag – sondern dass was sich „Seele“ nennt.

 

Alle waren sich auch einig, dass man diesen Wohlfühlzustand gern immer hätte. Sogleich folgten auch Gespräche, dass das Wohlbefinden durch Streit oft getrübt wird und man sich schlecht fühlt. Die Frage wurde in den Raum gestellt, dass da bei einem Streit eine Seele ist, die noch nicht alles gelernt hat? Kann man das einem Menschen ansehen und woher kommt Streit und schlechte Gefühle? Vielleicht ja von der Seele – wer weiß?

 

Noch einmal legten die Schüler nun die Reihenfolge von Wort und Symbol von Geburt bis Tod an einem Seil entlang. Die Schüler liefen nun diesen Weg ab und benannten die Lebensstationen, an denen sie vorbeiliefen. In ihrer Hand trugen sie das Symbol der Seele mit sich (kleines Mandala), was sie bei erreichen des Symbols für den Tod in einem Bereich der als Himmel gekennzeichnet war ablegten. Soweit die Idee der christlichen Schüler.

Nun stellten wir dieser Idee einen Kreis gegenüber, der durch ein auf dem Boden liegendes Seil veranschaulicht wurde. Die Schüler legten an dem Seil wieder alle Worte und Symbole des Lebensweges ab.

 

 

Das Konzept der Wiedergeburt wurde von den Schülern schnell erkannt und bestaunt, als ein Schüler mit dem Seelensymbol in der Hand den Kreis umrundete.

Jeder, der mochte konnte den Kreis selbst nachvollziehen und die Worte am Kreis lesen.

Spannung kam auf, als wir eine kleine Herausforderung einbauten und im szenischen Spiel einem Schüler die Uhr gestohlen wurden. Der Dieb mit der Uhr in der Hand umrundete den Lebenskreis und wir konnten heraus finden, dass er ewig ein Dieb sein wird, wenn er das stehlen nicht lässt und das Diebesgut zurück gibt.

 

Hier war nun allen die Idee der Wiedergeburt der Seele klar. Die Frage, wie Hindus sich bemühen zu leben, konnte auf verschiedenste Weise von den Schülern nun gut beantwortet werden.

Um auf dem Weg nicht allein zu sein, wenden sich die Hindus in Gebeten an ihre Götter. Von denen gibt es sehr viele und jeder kann sich den wählen, der ihm in  der jeweiligen Lebenssituation am besten hilft sich zu entwickeln

 

Ein Lese- und Arbeitsblatt rundete den Vormittag ab. Hier konnten die ungewöhnlichen Namen der Götter mittels Lautsynthese gelesen werden und die farbigen Bilder entsprechend aufgeklebt  werden. (siehe hier „Lese- Arbeitsblatt“ - Link folgt).

 

Die Hausaufgabe stellten sich die Schüler gegenseitig selbst, indem sie aus einem Foto ein Puzzle zum Aufkleben für ihren jeweiligen Tischnachbarn anfertigten.

 

Nun waren wir für unsere Exkursion am Freitag gut gerüstet und ganz gespannt, wie es so ist bei Frau Zimmermann im Cafe Oriental. Der Tag brachte den ersten richtigen Schnee des Winters und so freuten wir uns über den warmen indischen Tee und das selbstgebackene traditionelle Gebäck zur Begrüßung. Nachdem wir es uns auf den gemütlichen Sofas im Cafe bequem gemacht hatten, erzählte uns Frau Zimmermann aus dem Alltag ihrer Familie in Indien und wie sie mit ihrem deutschen Mann nach Deutschland kam.

 

Sie beschrieb uns das  Ritual zur Verehrung der Götter, mit dem in der Regel der Tag einer hinduistischen Familie beginnt. Die meisten Familien haben neben den Tempeln in ihrer Umgebung auch in ihrem Haus einen kleinen Schrein oder Altar. Der Schrein besteht aus Figuren oder Bildern des Hauptgottes der Familie sowie der Nebengötter, die sich jeder Hindu selbst aussucht.

 

 

 

Anhand ihrer Familie erklärte uns Fr. Zimmermann auch das komplizierte Kastensystem, welches zwar offiziell abgeschafft wurde, aber dennoch in Indien immer noch großen Einfluss auf das gesellschaftliche Leben hat. Sie erzählte uns von der bevorstehenden Hochzeit ihrer Schwester, bei der mehrere hundert Gäste erwartet werden und die mehrere Tage gefeiert werden wird.

Aus dem Film „Die 5 Weltreligionen“ war den Schülern besonders der Tanz der Gebete im Gedächtnis geblieben. Anhand eines Ausschnittes aus einem Bollywood-Films zeigte uns Fr. Zimmermann diese Tänze noch einmal. Dabei konnten wir auch die farbenfrohe Kleidung der hinduistischen Frauen bewundern.

 

 

Die Schüler hatten die Möglichkeit, weitere Fragen zu stellen, die im Rahmen des Projektes aufgekommen waren.  So erfuhren wir, was das Bindi (der Punkt auf der Stirn hinduistischer Frauen) bedeutet, warum die Kuh heilig ist und welche Regeln im Hinduismus beachtete werden müssen.

Zum Abschied schenkte Fr. Zimmermann den Mädchen Sticker, die als Bindi getragen werden können. Die Jungs erhielten die Schwanzfeder eines Pfaus, dem Nationalvogel Indiens. Wir bedankten uns mit einer Schülerzeitung bei Fr. Zimmermann für ihre Gastfreundschaft. 

 

 

 

Reflexion des Projektes

 

Als Gesamtüberblick fanden wir uns noch einmal zu einer Doppelstunde zusammen, um uns an die Erlebnisse der letzten Wochen zu erinnern.

Inhaltlich ging es anhand des spannenden Themas „die 5 Weltreligionen“ immer um Ethik und Werte im Zusammenleben der Menschen. Wir stellten das noch einmal in Arbeitsblättern mit Wort und Bild zusammen, die wir gemeinsam in den verschiedenen Lesestilen erarbeiteten. Damit wurden uns auch noch einmal die Übereinstimmungen in den Religionen klar. Hier ein vergleichendes Arbeitsblatt als Muster: Arbeitsblatt Werte der Religionen.

 

 

 

Ein letztes mal legten wir auch unsere Fotos mit Bildern der Religionen aus und sortierten sie, teils nach dem Symbol auf der Rückseite und teils nach den nun bekannten und erinnerten Motiven. Die Fotos konnten wir nun den Klarsichtfolien mit den Regeln der jeweiligen Religion beilegen und  das Projekt auch symbolisch abschließen und in unserer dicken Projektmappe verstauen. Eine letzte Hausaufgabe zum wahrnehmen und lesen war ein Suchsel mit Begriffen aus dem Bereich der Religionen. Hier ein Muster: Suchsel der Religionen.

 

 

 

einige Inhalte des Projektes:

 

 

Kommunikation und Sprache:

- Bildbeschreibungen

- Begriffe erklären

- Wortdiktate und Wortanalyse durch Silbenklatschen und Strukturierung durch Silbenboote

- Wortdiktate mittels Lautgebärden

- Geschichten, Sachverhalte nacherzählen (mit und ohne Anschauungsmaterial)

 

 

Mathematik:

- zeitliches strukturieren von Abläufen in Geschichten und Allgemeinwissen 

- Formenwahrnehmung und Zuordnungsübungen nach gleichen Merkmalen

- räumliche Orientierung und Ordnungen im Raum herstellen

- Addition / Subtraktion Arbeitsblätter zu Reisekosten ( Addition durch weiterzählen / mit Taschenrechner / Darstellung von Mengen)

- zeitliche Orientierung (Reiseplanung / öffentliche Verkehrsmittel)

 

 

Heimat / Natur:

- Reiseplanung mit Hilfsmitteln wie Landkarten

- Kennenlernen der näheren und weiteren Umgebung

- Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel

- Kontakt mit eigener / fremder Kultur und Geschichte im persönlichen Kontakt zu Menschen und deren Lebensumgebung und Gewohnheiten

 

Parallel zum Projekt fand noch weiterer Regelunterricht statt, z.B. Werken, Hauswirtschaft, Sport / Schwimmen, Wahlpflichtfach, AG’s, Poolfach (Kunst, Computer, …).

 

 

Ein Rückblick auf die Zeit des Projektes bringt uns jederzeit viele lebendige Erinnerungen und spannende Erfahrungen, die mit verschiedensten, meistens positiven Emotionen belegt sind. Durch den Kontakt zu den verschiedenen Menschen fühlten wir uns stark in das Thema hineingezogen und berührt. Bei Betrachtung der Bilder aus der Projektzeit kehrt schnell Leben in unsere Erinnerung und jeder hat seinen eigenen Blick auf diese Zeit.

Obwohl kein einfaches Thema, haben sich Schüler und Lehrer gemeinsam mit den Inhalten und Erlebnissen entwickelt und freuen sich schon auf neue Erfahrungen mit vielen anderen spannenden Themen.

 

 

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