Jahnschule Goerlitz

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Montag, 22.01.2018
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Trainingswohnung

 


Konzeption „Trainingswohnung“ der

 

Friedrich – Ludwig – Jahn – Schule

Allgemeine Förderschule G

Jahnstraße 17

02828 Görlitz

 

Anschrift der Trainingswohnung:

 

Hohe Straße 19

02828 Görlitz

 

 

Telefon: 03581 / 3609530

 

 

 

Gliederung

  1. Aktuelle Wohnsituation von Menschen mit geistiger Behinderung nach der Schule

  2. Grundziele der Werkstufe

  3. Schulsituation

  4. Anforderung an eine Trainingswohnung

  5. Ziele der Trainingswohnung

  6. Tages- / Wochenplanung, Veränderung der Unterrichtsform in Anlehnung an die Stundentafel

  7. Chronik

  8. Zielgruppe

  9. Angaben zur aktuellen Wohnung, Raumplanung

 


 

  • Einsicht in der WG möglich

    • in den persönlichen Ordner der Schüler

    • die Chronik bzw. das Tagebuch der Trainingswohnung sowie

    • in das durch Schüler geführte Kassenbuch

 


 

Die Konzeption wurde erarbeitet von:

  • Diana Stephan (Pkt. 1)
  • Michael Richter (Pkt. 2, 6)
  • Thomas Klamt (Pkt. 4)
  • Andrea Dittrich (Pkt. 5)
  • Anette Wersig (Pkt. 3, 6-9, Anhang)

 


 

1. Wohnsituation von Menschen mit geistiger Behinderung 

Wohnen gilt als Lebensbereich, der als „normal“ angesehen wird, der als selbstverständlich erscheint. Es ist ein Ort, an dem sich der Mensch heimisch und zugehörig fühlen möchte, ein Ort, der Wärme, Schutz und Geborgenheit, das Bedürfnis nach Vertrautheit und Beständigkeit, die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung, das Bedürfnis nach Kommunikation, Wertschätzung und Anerkennung sowie den Wunsch nach Intimität und Zuwendung ermöglichen soll. Diese Aspekte bedeuten Lebensqualität und sind für ein menschenwürdiges Wohnen unabdingbar. Doch solche Wohn- und Lebensmöglichkeiten scheinen für viele Menschen mit geistiger Behinderung kaum gesichert und „normal“ zu sein. (vgl. Theunissen / Plaute 2002, S. 267 f.)

Paradigmenwechsel und Prozesse wie Enthospitalisierung führten in den letzten Jahren zu umfassenden Veränderungen im Bereich Wohnen. Es wurde ein differenziertes Angebot mit unterschiedlichen Wohnformen und –konzepten erarbeitet. Neben dem Leben in Heimen gibt es auch betreutes Wohnen, wobei man hier zwischen betreuten Wohngemeinschaften, betreuten Einzel- und Paarwohnen, Außenwohngruppen, Trainingswohngruppen und ambulant betreutem Wohnen bei relativ selbstständiger Lebensführung unterscheidet (vgl. Mühl 2000, S. 166). Dennoch ist im Vergleich zu anderen westlichen Industriestaaten (USA, Großbritannien, Schweden, Norwegen) die aktuelle Wohnsituation von Menschen mit Lernschwierigkeiten und / oder mehrfachen Behinderungen immer noch weitestgehend institutionell ausgerichtet. So wohnen in den USA über 80 % aller Erwachsenen, die nicht zu Hause leben, in Wohneinrichtungen mit weniger als 16 Plätzen. Davon leben mehr als 80 % in Wohnhäusern mit maximal 6 Plätzen. Ungefähr 20 % wohnen in Einrichtungen mit mehr als 16 Plätzen. Dahingegen wohnen in Deutschland ungefähr 70 % der Menschen mit geistiger Behinderung, die ein Wohnangebot der Behindertenhilfe in Anspruch nehmen, in Wohneinrichtungen mit mehr als 40 Plätzen. Lediglich 10 % nutzen ambulante Wohnformen (Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf werden aufgrund finanzieller Zuordnungen von dieser Wohnform ausgeschlossen). Außerdem leben viele erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung aufgrund des Mangels an angemessen Wohnformen aber auch teilweise wegen einer schwer fallenden Ablösung vom Elternhaus noch immer in ihrer Herkunftsfamilie.

Diese Angaben stehen den Wünschen der Menschen mit Behinderung nach einer selbstbestimmten Lebensführung in einer selbst gewählten Wohnform konträr gegenüber. Betroffene verbinden Wohnen mit einem „[...] Leben in kleinen, gemeindeintegrierten Wohnungen, die mit einer Öffnung nach Außen als Ort des Zusammenlebens, der Geborgenheit, Intimität, Privatsphäre, Kommunikation, Selbstbestimmung, Selbstgestaltung und Selbstverwirklichung verbunden sind“ (Schirbort 2007, S. 379 f.). Dies entspricht auch den Forderungen und Vorstellungen von Selbstbestimmungs- und Vertretungsgruppen wie People First. Sie sagen, dass jeder Einzelne selbst entscheiden können muss, wie er wohnen möchte – ob er selbständig mit Unterstützung in einer eigenen Wohnung, in einer Wohngruppe oder auch in einer größeren Wohneinrichtung leben möchte. Jeder Mensch hat unterschiedliche Lebensvorstellungen (die es gilt herauszufinden) und benötigt dafür ganz unterschiedliche Unterstützung. (vgl. Schirbort 2007, 379 f.)

 

Literaturverzeichnis:

  • Mühl, H.: Einführung in die Geistigbehindertenpädagogik. 4. überarb. Aufl., Stuttgart: Kohlhammer 2000, S. 160 – 169

  • Schirbort, K.: Wohnen, Wohnformen. In: Theunissen, G. / Kulig, W. / Schirbort, K. (Hrsg.): Handlexikon Geistige Behinderung. Schlüsselbegriffe aus der Heil- und Sonderpädagogik, Sozialen Arbeit, Medizin, Psychologie, Soziologie und Sozialpolitik. Stuttgart: Kohlhammer 2007, S. 379 f.

  • Theunissen, G. / Plaute, W.: Handbuch Empowerment und Heilpädagogik. Freiburg im Breisgau: Lambertus 2002, S. 267 f.

 

 

2. Grundziele der Werkstufe 

Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit der Schülerinnen und Schüler, um ein sinnerfülltes Leben in weitgehender Selbstständigkeit führen zu können.

Vorbereitung auf das Leben, das Leben nach der Schule.

 

Schwerpunkte

  • Fundament für eine spätere nachschulische Ausbildung legen

  • Erste Berufsfindungen und Erlernen von Qualifizierungen im Rahmen der betreuten Praktika

  • Eindeutige Trennung vom übrigen Schulbetrieb (Statussymbol) 3 Jahre Berufsschulpflicht

  • Helfen, Erwachsen zu werden (junge Erwachsene sehen , auch bei kindlichen Verhaltensweisen)

  • Wohnen in Familie oder Wohnstätte (intensiver Übungsbereich Trainingswohnung)

  • Thema Partnerschaft , Liebe und Sexualität

  • Kooperation mit Eltern und Familie sowie Netzwerkpartnern (Agentur für Arbeit , IFD , WfBM…)

 

Die Ziele und Schwerpunkte der Werkstufe beruhen auf den Grundlagen der vorausgegangenen Stufen (UST, MST, OST).

Es ist ein weiterführender Prozess.

 

 

3. Schulsituation 

Die Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule Görlitz (AFS-G) liegt in der Stadtmitte von Görlitz. Das 150 Jahre alte Backsteingebäude bietet auf Grund der zentralen Lage, gute Voraussetzungen, Schüler die Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen und durch Unterrichtsgänge, öffentlichen Einrichtungen wie z.B. Ämtern u.ä. kennenzulernen und zu nutzen.

An dieser Schule werden ca. 100 Schüler mit erhöhtem Förderbedarf unterrichtet. Diese Schülerzahl ist seit den letzten Schuljahren relativ konstant. In den letzten fünf Jahren hat sich die Zusammensetzung der Schülerschaft verändert. Schüler, welche den Anforderungen der Schule für Lernförderung nicht mehr gewachsen sind, wechselten häufiger an die Schule für Geistigbehinderte, wodurch Schüler und Lehrer vor neue Herausforderungen gestellt werden, Um allen Schüler gerecht zu werden, führten wir einen differenzierten Kursunterricht in den Fächern Deutsch und Mathematik ein, sowie eine individuelle Förderung und Betreuung der schwerstmehrfachbehinderten Schüler.

 

Zum Schuljahr 2009/2010 sind die Schüler

  • 3 Unterstufenklassen

  • 1 Mittelstufenklasse

  • 3 Oberstufenklassen und

  • 4 Werkstufenklassen

meist altersgerecht zugeordnet.

 

Jeder Klasse steht ein Klassenraum zur Verfügung, wobei der Großteil der Klassenräume zur differenzierten Unterrichtsgestaltung durch eine Falttür abgetrennt werden kann.

Das Pädagogenteam wird durch einen Klassenlehrer und eine Pädagogische Unterrichtshilfe gebildet. Die Schülerzahl der jeweiligen Klasse ist abhängig von der jeweiligen Klassenstufe und den speziellen Behinderung der einzelnen Schüler und liegt bei maximal 13 Schülern in der Werkstufe. Schwerstmehrfachbehinderte Schüler sind in den Klassen integriert.

Seit dem Schuljahr 2008/2009 bietet die Schule unterrichtsbegleitend Ganztagsangebote an, welche sich in das Gesamtkonzept der Schule einfügen und im musischen und motopädischen Bereich liegen (Rhythmusgruppe, Orff-Instrumentarium, Yoga, Selbstverteidigung).

Zum Beginn des Schuljahres ist die Eröffnung einer Motopädischen Beratungsstelle geplant.

Die Arbeit der Schule in vielen Bereichen (Freizeitangebote, Unterstützung bei Festen und Höhepunkten, finanzielle Unterstützung) durch den Schulverein unterstützt.

Schwerpunkt in der Schulprogrammsarbeit der letzten Jahre bildete der Bereich der Umstrukturierung und Intensivierung der Werkstufe. Ganz bewusst wurde daran gearbeitet, diese Stufe inhaltlich weiter auszubauen, die Lerninhalte und Unterrichtsangebote noch intensiver auf ein selbstbestimmtes Leben nach der Schule zu orientieren. Dazu wurde das Unterrichtsfach „Arbeit und Beruf“ auf einen vollständigen Schultag ausgeweitet, sowie das Angebot auf 13 Praktikumsstellen (Einzelpraktikumsplätze und begleitete Praktikumsplätze) erweitert.

Um die Schüler noch vielseitiger auf ein Leben in größtmöglicher Selbstständigkeit vorzubereiten, verfolgten wir Pädagogen, in Zusammenarbeit mit der Stadt Görlitz als Schulträger, das Ziel, Schüler im letzten Werkstufenjahr in einer Trainingswohnung lebenspraktisch zu unterrichten.

Weitere detaillierte Informationen sind in der Schulkonzeption nachzulesen.

 

 

4. Anforderungen an eine Trainingswohnung 

  • verkehrsgünstige Lage – Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln um Arbeitsstellen, Ämter, Supermärkte schnell zu erreichen. Durch relativ zentrale Lage soll den Schülern auch ermöglicht werden, an Angeboten im Freizeitbereich teilzunehmen (Kino, Treff mit Freunden...)

  • Wohnung sollte gut und leicht auch von Dritten (Eltern, Therapeuten, Fachlehrern...) zu erreichen sein

  • Wohnung sollte in einem gewachsenen sozialen Umfeld liegen, d.h. in einem bestehenden Mietshaus

  • Nähe zur Schule ist wichtig- kurze Wege, um am gemeinschaftlichen schulischen Leben teilhaben zu können

  • Räumliche Anforderungen: barrierefreie, rollstuhlgerechte Bewegungsmöglichkeiten in der Wohnung (keine Bodenleisten, behindertengerechtes WC...)

  • Rückzugsmöglichkeiten für Schüler z.B. in Krisensituationen sollten vorhanden sein

  • großer Gemeinschaftsraum für tägliche Treffen und gemeinsame Einnahme von Mahlzeiten (ca. 12 Personen)

  • Küche sollte Möglichkeit bieten, um für eine Schulklasse zu kochen

  • getrennte WC`s für Mädchen und Jungen sowie ebenfalls, für den späteren Zeitpunkt, getrennte Schlafräume

  • Wohnräume müssen so real wie möglich gestaltet werden, um Schüler auf diesen Lebensbereich optimal vorzubereiten. Dazu gehören Telefon, TV, komplette Küche, Waschmaschine....

  • Personelle Besetzung: eine pädagogische Begleitung und Förderung der Schüler durch 2 Pädagogen muss gewährleistet sein

 

 

5. Ziele einer Trainingswohnung 

  1. Vermittlung sozialer Kompetenzen

  2. Befähigung zur selbständigen Gestaltung des Alltags

  3. Erwerb von entsprechenden Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie das Nutzen können von gesellschaftlich üblichen Wohnformen

 

Schwerpunkte:

  • Selbstverantwortung/ Aufsicht (Alleinsein, Verhalten bei Krankheit ...)
  • Haushaltführung
  • Instandhaltung / Veränderung der Wohnung (kl. Reparaturen, Reinigung)
  • Lebensführung (Ernährung, Genussmittel, Bewegung, Selbstbeschäftigung, Alleinsein, Hobbys ...)
  • Kommunikation (Mitteilen, telefonieren, Schrift, Sprache ...)
  • Zeitliche Orientierung
  • Soziale Kompetenzen (Umgangsformen, Konfliktbewältigung ...)
  • Außerhäusliche Mobilität / Tagesausflüge (Verlassen der Wohnung – Abschließen, Licht, Türen, Fenster, Verkehrsmittel, Orientierung in Umgebung ...)

 

Zielperspektiven:

  1. Alltagsorientierung bieten

  2. Unterstützung von Selbständigkeit

  3. Ermöglichung von Selbstbestimmung und Verantwortungsübernahme

  4. Alters- und Kulturangemessenheit

 

Unter den gegebenen derzeitigen gesellschaftlichen Bedingungen, kann die Weiterführung der erlernten Fähigkeiten noch nicht ausreichend garantiert werden. Zielperspektiven und tatsächliche Möglichkeiten eines selbstständigen Lebens nach der Schule stehen sich noch widersprüchlich gegenüber. Diesen Widerspruch zu überwinden, sollte eine verstärkte gesellschaftliche Aufgabe sein.

 

 

6. Tages- / Wochenplanung, Veränderung der Unterrichtsform in Anlehnung an die Stundentafel 

  • egelmäßig wiederkehrende Dienste / Rituale (Wäsche, Einkauf, Ämter, Reinigung Wohnung, Sport, Einrichtung und Planung Wohnung)

  • Donnerstag AuB

  • Vorbereitung und Planung [Elternabenden, gemeinsamen Nachmittagen / Freizeiten, Mithilfe und Kooperation von Schulfesten, Ausflüge, Wanderfahrten, Exkursionen, Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern ( IFD , …)]

  • Thema Wohnung (Wie wohne ich? Wie ernähre ich mich? Wie bezahle ich Miete, Strom …? Was muss man alles können um selbstständig zu wohnen? welche immer wiederkehrenden Aufgaben sind mit einer Wohnung verbunden? Gemütlichkeit, Nähe, Gemeinsamkeit, Erwachsen sein. Einrichtung der Wohnung ? Übernachten allein in der Wohnung?)

  • Vor und Nachbereitung des Arbeitstages AuB [Umfangreiche Arbeit mit der Praktikumsmappe - regelmäßiger Austausch mit den Vertragspartnern (Schüler , Lehrer , Arbeitgeber) – Gesprächskreise Schüler / Schüler , Schüler / Lehrer , Schüler / Eltern und Lehrer – Thema Zukunft Lebenslauf / Bewerbung – Chancen und Gefahren der Übergangszeit]

  • Sozial / Sexualerziehung (Umgang mit Mitmenschen – Konfliktbewältigung – Sexualität und Partnerschaft – Verhütung – Kinder deren Pflege und Beschäftigung – Freizeitverhalten – Gesunde Lebensweise – Höflichkeit)

 

Wochenplanung 2009/2010

 

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

 

  • Wochenplanung (Aufgaben jedes Sch.)

 

  • Wäsche

 

  • Indiv. Unterricht zu Schwerpunkt-themen (siehe Dienstag)

 

 

 

 

 

Schwerpunkte

  • nach Absprache und Auswahl durch Schüler / Pädagogen

  • UG

 

 

  • Sport

  • Körperpflege

  • Planung & Einkauf fürs Frühstück (Freitag)

  • Essenplan schreiben

  • Wäsche

  • Indiv. Aufgaben

 

 

 

 

Arbeit und Beruf

Praxistag

 

Tierpark

Klinikum

Rieger-Betten

Hornbach

Gärtnerei

Marktkauf

Friedhof

Lebenshilfe

Görl. Werkstätten BMW, NORMA, Hauskrankenpflege Verkehrsbetriebe

Little John Bikes

Tierheim

Tagesst. der Volkssolid.

 

 

Gemeinsames Frühstück

 

AuB Nachbereitung

 

Reinigung der Wohnung

 

Kassierung

 

Kurs D (Klassenteiler)

 

Kochen - Nachbereitung

Kochen - Nachbereitung

Kochen - Nachbereitung

Kochen - Nachbereitung

Werken (Schule)

Textil

Kunst-Pool

Naturwissenschaft

Religion

AG, Schwimmen

GTA Selbstverteidigung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Unterrichtsbeginn 8.00 Uhr mit gemeinsamer Gesprächsrunde (Tee, Capuccino) ,
  • Kontakt mit der Schule (Telefonat, Mail)

  • Kochen jeweils 4 Schüle aus frischen Zutaten

  • Zusätzlicher Praxistag für einzelne Schüler am Montag, Mittwoch, Freitag

 

 

7. Chronik 

Ganz am Anfang war die Idee

  • mit ersten Anregungen im Jahr 2006, bei einem Besuch in der Förderschule Hernhut

  • 2007 Beratung im Leitungsteam - Planung der Trainingswohnung

  • daraufhin Anfrage und Vorstellen der Grobkonzeption beim Schul- und Sportamt bei (Fr. Dr. Zimmermann und Frau Hähnel)

  • Zusage des Schul- und Sportamtes

  • Besichtigungstermin der Wohnung am 23.02.2009

  • Besichtigung einer Trainingswohnung in Weißwasser: 06.04.2009

  • Mietbeginn: 27.04.2009

  • Gestaltung der 14tägigen Projekttage zum Thema „WOHNEN“ im Mai 2009 mit Schlüsselübergabe für die Trainingswohnung

  • Sponsorensuche, Renovierung, Reinigung, Gestaltung, Einräumen der Wohnung im Zeitraum von Mai bis August 2009 mit Schülern der Werkstufe

  • Einzug der ersten WST-Klasse zum 01.09.2009

 

 

8. Zielgruppe und Nutzung der Wohnung 

Die Trainingswohnung wird zum Schuljahr 2009/2010 von 12Schülern bezogen. 11 der 12 Schüler absolvieren in der Trainingswohnung gleichzeitig ihr letztes Schuljahr.

Die pädagogische Begleitung und Förderung erfolgt durch ein Pädagogenteam aus einem Lehrer und einer Pädagogischen Unterrichtshilfe.

Die Wohnung wird vordergründig in der regulären Unterrichtszeit der Jahnschule von 8.00 Uhr - 14.10 Uhr genutzt. Für Nachmittags- und Abendveranstaltungen steht sie auch zur Nutzung frei (Elternabende, DVD-Abende,…)

Studenten der Fachhochschule Zittau-Görlitz bieten für die Schüler der Trainingswohnung im Schuljahr 2009/2010 ein Projekt zum Thema „Freizeit: Gemeinsam sind wir aktiv“ an, wobei ein Teil der Aktivitäten (Nachmittagsangebote, Übernachtungen) auch in der WG stattfinden.

 

Im Anschluss an dieses erste Erprobungsjahr werden Erfahrungen reflektiert und abhängig von verschiedenen Faktoren (Anzahl der Werkstufenschüler insgesamt, für wem ist Wohntraining in dieser Form besonders wichtig, …) entschieden, in welcher Form das Wohntraining fortgeführt wird:

  • generell für jeden Schüler im letzten Werkstufenjahr oder

  • mit ausgewählten Schülern, welche zum selbstständigen Wohnen befähigt werden sollen und perspektivisch in relativer Selbstständigkeit wohnen werden

 

Die Schülerzahl in der Trainingswohnung wird aus Erfahrungen anderer Trainingswohnungen mit 10 Schülern angegeben, sollte 12 jedoch auf keinen Fall überschreiten und ist in jedem Fall individuell abzuwägen.

 

Die Zusammensetzung der Trainingswohnung zum Schuljahr 2010/2011 und den folgenden Schuljahren wird gemeinsam mit allen Klassenteams der Werkstufe und der Schulleitung besprochen und individuell entschieden.

 

 

9. Angaben zur aktuellen Trainingswohnung 

 

Anschrift: WG – Jahnschule

Hohe Straße 19

02828 Görlitz

 

Lage:

Die Trainingswohnung befindet sich in ca. 300 Meter Entfernung zur Jahnschule in der 4.Etage eines Plattenbauhauses / WBS. Durch die günstige Lage zur Schule aber auch zur Haltestelle für öffentliche Verkehrsmittel ist sie für alle Schüler (somit auch für Fahrschüler mit Fahrdiensten) gut zu erreichen und Unterrichtsangebote im Schulgebäude, sowie auch Fachräume können weiterhin genutzt werden.

 

Wohnungsgröße:

  • 137 m2 mit idealer Raumaufteilung zur Nutzung als Trainingswohnung geeignet

  • 2 Flure, 1 Abstellraum, WC, Bad mit WC

  • 5 Zimmer wie folgt genutzt

    • Gemeinschaftsraum

    • Unterrichtsraum

    • Büro

    • Gemütliches Zimmer

    • Raum zur kreativen Nutzung, Freizeit o.ä.

 

Zum Einzug in die Trainingswohnung zum 1.September 2009 wurden mit den Schülern

  • die Küche

  • das separates WC / das Bad mit WC

  • der Gruppenraum und

  • die Flure

 

renoviert, gereinigt und eingeräumt.

Die Zimmer zur kreativen und gemütlichen Nutzung wurden eingerichtet, jedoch nicht neu renoviert.

Die weitere Gestaltung der Wohnung wird als Unterrichtsschwerpunkt mit Schülern (auch der anderen Werkstufenklassen) weitergeführt.

 

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Unterricht, losgelöst (in Anlehnung) an der vorgegebenen Stundentafel

  • Lebenspraktische Unterrichtsinhalte und – schwerpunkte werden im gesamten Tag vermittelt, angewandt und gefestigt

  • Erstellen eines persönlichen Ordners

  • Mittagessen wird täglich selbst gekocht / 3-4 Schüler: Rezept erarbeiten, Einkauf, Kochen, Nachbereitung, Abrechnung

  • Zusammenwachsen als WG (Toleranz, Regeln, Hilfe, Rücksicht, sinnvolle Beschäftigung in freien Zeiten)

  • Reinigung / Wäsche der Wohnung in Eigenverantwortung: Reinigungsübersicht je Raum, individuelle Zeiteinteilung und –planung

  • täglich Kontakt zur Schule (Mail, Telefonat durch Schüler, persönlich, Anwesenheit / Infos)

  • Dokumentation / WG-Tagebuch

  • Kenntnisse aus dem Ma / D Unterricht fließen in den gesamten Tag mit ein (z.B. SZ lesen, Rezepte schreiben/lesen, Kassierung und Verwaltung von Geldern für Mittagessen und Frühstück, Wochenplan gestalten: Symbol/Wort, …)

  • Zusätzlicher zweiter Praktikumstag für ausgewählte Schüler

  • Unterricht zu Schwerpunkten

 

 

Unterrichts - Schwerpunkte

  • Hauswirtschaftliche Kompetenzen festigen / erlernen

  • Suchtmittel / Drogen

  • Schuldnerberatung, Ämter, Formulare

  • Verträge, Betreuer, Rechte / Pflichten

  • 1.Hilfe im Haushalt, Arztbesuch

  • Haushaltsbuch (Einnahmen / Ausgaben), Bank

  • Einladen von Gästen in die Wohnung, Einweihung der Wohnung

  • Pers. Buch erarbeiten (Rezepte, Wäschepflege, Tel.Nr.,…)

  • Sinnvolle Freizeitgestaltung / Fernsehprogramm / Freizeitspiele

  • Knigge für junge Leute, Vorstellungsgespräche, Lebenslauf

  • Görlitz, angrenzende Gemeinden – Orientierung - Verkehrsmittel

  • Bibliothek (Auswahl / Nutzen von Medien)

  • Kontakt zur Schule (Telefonat, E-Mail, persönliche Kontakte)

  • Planung Vorbereitung: Abschlussfahrt / eigenen Abschlussfeier

(wann, wo/wohin, mit wem, Ablauf, Kalkulation, Absprachen, Verantwortlichkeiten)

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